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de:meeting:online:20261012

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b2bOptic Meeting 12.10.2026

Teilnehmer: Katrin Wurdinger, Nicole Spaeth, Gerd Bernau, Britta Neustadt, Avijit Rastogi, Malte Neumann, Matthias Reinhardt, Richard Martinek u.a.

Management Summary

Schwerpunkt des Meetings waren technische Erweiterungen des LensCatalog/LensOrder Standards, die Behandlung von Prisma- und Zylinderaufschlägen sowie die intensive Diskussion zur zukünftigen Nutzung und Erweiterung der Edging Types. Zusätzlich wurden organisatorische Punkte, Wiki-Zugänge und Statusupdates behandelt.

Beschlüsse & Ergebnisse

• Nächster Termin wird vom 09.11. auf den 16.11. verschoben.
• JobData wurde auf Version 1.6.6 angehoben und soll nach kurzer Review freigegeben werden.
• Vierstellige Farbcodes werden nicht weiterverfolgt.
• Wiki-Zugänge werden für neue Teilnehmer eingerichtet.
• Frame Provisioning / Edging-Type-Thema bleibt offen und wird im Forum weiter diskutiert.

Diskussion Prisma- und Zylinderzuschläge

  • SF6 enthält weiterhin fest definierte Prisma- und Zylinderzuschläge mit EDV-Codes.
  • In LC7 können Zuschläge flexibel über Optionen und Kombinationen modelliert werden.
  • Diskutiert wurde, ob Aufpreise über zusätzliche Preisranges oder über Zuschlagsoptionen abgebildet werden sollen.
  • Einigkeit bestand darin, dass Zuschläge nicht zwingend als EDV-Code an die Bestellschnittstelle übertragen werden müssen.
  • Für Optionen wurde das SendCode-Konzept bestätigt: Mandatory, Optional oder Not Allowed.

Ausführliche Diskussion: Nutzung und Weiterentwicklung der Edging Types

Die längste und wichtigste Diskussion drehte sich um die Frage, wie zukünftige Fassungsprozesse im Standard modelliert werden sollen. Auslöser war der Vorschlag von Avijit Rastogi, zusätzliche Informationen zur Herkunft einer Fassung (Frame Provisioning) einzuführen. Hintergrund ist ein neuer Geschäftsprozess, bei dem Fassungen und Gläser über unterschiedliche Lieferketten zur Einschleifwerkstatt gelangen können.

Zeiss benötigt eine Möglichkeit zu erkennen, ob eine Fassung direkt vom Augenoptiker (ECP - Eye Care Professional), vom Fassungshersteller oder über andere Lieferwege bereitgestellt wird. Dafür wurde der Vorschlag eines neuen Frame-Provisioning-Konzepts vorgestellt. Zusätzlich sollte eine Referenznummer (Frame Order Reference) zur Verknüpfung von Fassungsauftrag und Glasauftrag dienen.

Ein wesentlicher Diskussionspunkt war die bereits existierende Edging-Type-Ausprägung „Third Party Frame“. Avijit vertrat die Ansicht, dass diese Erweiterung heute keinen Mehrwert mehr bietet und durch das neue Frame-Provisioning-Konzept ersetzt werden könnte. Aus Zeiss-Sicht würde damit eine eindeutigere und flexiblere Beschreibung der Lieferkette ermöglicht.

Nicole Spaeth widersprach einer direkten Entfernung des Edging Types. Das Merkmal wurde bereits in einer veröffentlichten Version des Standards eingeführt. Eine ersatzlose Streichung könnte bestehende Implementierungen beeinträchtigen und müsste daher mindestens angekündigt oder langfristig migriert werden.

Malte Neumann betonte die Sicht der Softwarehäuser. Für PMS-Anbieter sei eine einheitliche Implementierung über alle Glashersteller hinweg entscheidend. Unterschiedliche Implementierungen für Zeiss und Essilor würden zu steigender Komplexität, Sonderlogiken und langfristigen Wartungsproblemen führen.

Im Verlauf der Diskussion wurde deutlich, dass unterschiedliche Unternehmen den Begriff „Third Party Frame“ unterschiedlich verwenden. Ein Teilnehmer erläuterte einen realen Use Case, bei dem Kunden ursprünglich eine Komplettbrille bestellen, später jedoch entscheiden, die Gläser selbst einzuschleifen. In diesem Szenario werden Fassung und Gläser getrennt geliefert. Dafür wird der bestehende Edging Type aktiv genutzt.

Dadurch entstand die Erkenntnis, dass der bestehende Edging Type keineswegs obsolet ist, sondern in einzelnen Geschäftsprozessen weiterhin benötigt wird. Gleichzeitig deckt er jedoch nicht die Anforderungen ab, die Zeiss für die eindeutige Identifikation der Fassungsquelle benötigt.

Es wurde außerdem intensiv diskutiert, an welcher Stelle des Datenmodells die neuen Informationen technisch am sinnvollsten verankert werden sollten. Mehrere Teilnehmer hielten eine Zuordnung direkt im Bereich der Fassungsdaten fachlich für logischer. Demgegenüber stand jedoch die Sorge, bestehende Implementierungen zu verändern und Inkonsistenzen zu erzeugen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt war die Rückwärtskompatibilität. Nicole Spaeth argumentierte, dass ein vollständiges Umstrukturieren historisch gewachsener Elemente unrealistisch sei. Stattdessen sollten neue Informationen möglichst ergänzend und optional eingeführt werden.

Matthias Reinhardt stellte die Frage, ob die optionalen Felder nicht einfach zusätzlich zu „Given Frame“ bereitgestellt werden könnten. Dadurch würde die bestehende Semantik erhalten bleiben und dennoch die gewünschte Erweiterbarkeit erreicht werden.

Zum Ende der Diskussion zeichnete sich ein Konsens ab: Das bestehende Konzept soll grundsätzlich erhalten bleiben. Frame Provisioning soll als optionale Erweiterung weiter untersucht werden. Die Informationen sollen nur dann genutzt werden, wenn sie vom Optiker bzw. PMS-System tatsächlich geliefert werden. Dadurch bleibt die Lösung kompatibel zu bestehenden Prozessen und ermöglicht gleichzeitig neue Geschäftsmodelle.

Es wurde ausdrücklich vereinbart, die Diskussion im Forum fortzuführen. Sämtliche Argumente, Einwände und Use Cases sollen dokumentiert werden, damit die Entscheidungsgrundlagen auch in mehreren Jahren noch nachvollziehbar bleiben.

Offene Punkte

  • Bewertung des finalen Frame-Provisioning-Konzepts.
  • Dokumentation der Use Cases für Third Party Frame und Given Frame.
  • Definition der Verknüpfung zwischen Frame Order Reference und Lens Order.
  • Prüfung möglicher Auswirkungen auf PMS-Hersteller und bestehende Implementierungen.
de/meeting/online/20261012.1791878695.txt.gz · Zuletzt geändert: von gerdbernau